Sylt - unvergessliche Landschaften

Sylt ist die größte der deutschen Nordseeinseln. Die Insel ist besonders durch ihre Kurorte Westerland und Kampen sowie den fast 40 Kilometer langen Weststrand bekannt.  Knapp die Hälfte der Bewohner lebt in Westerland. Doch Sylt ist viel mehr als ein Urlaubsparadies. Es bietet eine hervorragende Infrastruktur und wird von den Einheimischen als lebendiger Ort zum Leben und Wohlfühlen geschätzt. 

Für viele Urlauber ist Sylt die schönste Insel Deutschlands. Auf der einen Seite wird Sylt von der offenen Nordsee, auf der anderen Seite vom ruhigen Wattenmeer begrenzt. Große Heideflächen prägen das karge Land. Sie sind Lebensraum vieler seltener Tier- und Pflanzenarten. Knapp die Hälfte der Pflanzenarten steht auf der Roten Liste. So ist es nicht verwunderlich, dass es allein auf der Insel zehn Naturschutzgebiete gibt. Darüber hinaus liegt Sylt inmitten des Nationalparks Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer. 

Natürlich herrscht in den Sommermonaten Hochsaison, doch die Insel hält das ganze Jahr über viele Freizeitangebote bereit. Neben gastronomischer Vielfalt gibt es Sportangebote wie Reiten, Golf und Tennis. Dazu kommen ganzjährig nutzbare Bade- und Wellnesseinrichtungen. Auch auf kulturellem Gebiet hat Sylt viel zu bieten. Das Spektrum reicht hier von Strandpartys zu verschiedenen Kultur- und Sportveranstaltungen, wie der Kampener Literatursommer oder dem Surf-Weltcup.

Die Nordsee formte seit jeher das Aussehen der Insel. In ihrer heutigen Gestalt gibt es sie erst seit ungefähr 400 Jahren. Der Prozess ist auch heute noch im Gange. Ein aktiver Küstenschutz, insbesondere Sandvorspülungen, soll die Erosion verhindern. Hierbei wird mit Baggerschiffen Sand weit vor der Küste entnommen und anschließend durch eine Rohrleitung an den Strand gespült. Es ist aber zu befürchten, dass Sylt in Zukunft trotzdem erhebliche Landverluste hinnehmen muss. 

Das Sylter Meeresklima gilt als sehr gesund und ist eine der wesentlichen Beigaben der Insel, die Einwohner wie Urlauber besonders schätzen.

Das Biosphärenreservat ist der größte Nationalpark Deutschlands und gehört seit dem Jahr 2009 zum Weltnaturerbe der UNESCO. Die Nordseeinsel Sylt liegt inmitten des Schutzgebietes.

Hier wird einzigartige Natur in ihrer Gesamtheit erhalten – mit Wattflächen, Prielen und Dünen. Zwei Drittel des Parks liegen permanent unter Wasser, während der Landteil überwiegend aus Salzwiesen besteht. Die Salzwiesen bilden den Übergang zwischen Land und Meer. Sie werden periodisch von der Nordsee überflutet, weswegen hier nur wenige spezialisierte Pflanzenarten leben. In der extremen Umwelt leben und brüten auch knapp fünfzig Vogelarten, zu denen Watvögel und Seeschwalben gehören.

Geführte Wattwanderungen wie auch spezielle Vogelführungen, Strand- und Dünenexkursionen bringen die einzigartige Natur näher und erlauben Einblicke in die Eigenheiten des Wattenmeers. Obwohl es auf den ersten Blick nicht so erscheint, ist es doch so lebendig wie kaum ein anderer Lebensraum der Erde.

Exkursionen der Naturschutzgesellschaft „Schutzstation Wattenmeer e. V.“ starten am Deich südlich von Hörnum. Dort steht auch der Bauwagen des Vogelwarts, der von April bis September besetzt ist.

Der Leuchtturm steht auf einer 16 Meter hohen Düne an der Südspitze der Insel. Er wurde im Jahr 1907 gebaut und hat eine Höhe von 34 Metern. Das Feuer wird elektrisch betrieben. Der charakteristische rote Turm mit dem weißen Band in der Mitte steht nicht nur für Besichtigungen offen, sondern auch Heiratswillige können sich hier das Ja-Wort geben.

Besucher des Sylter Heimatmuseums in Keitum erwartet ein Einblick in die Inselgeschichte von den Anfängen bis zur Gegenwart. In dem ehemaligen Kapitänshaus von 1759, dessen Eingangsbereich von Walknochen geschmückt wird, befindet sich eine Ausstellung über das bewegte Leben des Sylter Nationalhelden Uwe Jens Lornsen. Dieser hatte sich als Vorkämpfer für ein freies und unabhängiges Schleswig-Holstein einen Namen gemacht. Weiterhin werden die beiden Dichter Johann Erichsen und Emil Mungaard vorgestellt.

Neben der Dokumentation der Inselgeschichte wartet das Museum mit einer guten archäologischen Abteilung auf. Ebenso sind Sylter Trachten zu besichtigen. Darüber hinaus beleuchten Sonderausstellungen das Leben und Schaffen von Künstlerpersönlichkeiten, die es ab 1850 vermehrt auf die Insel zog.

Das Museum wird von dem Kultur- und Heimatverein „Söl’ring Foriining“ getragen, der sich die Pflege der friesischen Sprache und des Brauchtums zum Ziel gesetzt hat. Neben dem Heimatmuseum betreibt der Verein noch drei weitere museale Einrichtungen. Dazu gehört das Altfriesische Haus, welches sich unweit des Heimatmuseums befindet. In dem stimmungsvollen Kapitänshaus ist noch die originale Einrichtung inklusive der gefliesten Wände und der Mitbringsel der Seeleute erhalten. Hier wird die Sylter Lebensart und Wohnkultur des 18. und 19. Jahrhunderts lebendig.

Eine weitere Sehenswürdigkeit in Keitum ist die evangelisch-lutherische Kirche Sankt Severin, welche im Jahr 1240 erstmals urkundliche erwähnt wurde. Ihr Dachstuhl stammt nachweislich aus dem Jahr 1216 und macht sie damit zum ältesten religiösen Bauwerk Schleswig-Holsteins. Die schlichte Kirche steht auf einer Erhebung nördlich von Keitum, an einer Stelle, wo sich früher ein Odinheiligtum befand. Ihr markanter, spätgotischer Backsteinturm diente lange Zeit als Seezeichen. Der Turm bildet einen deutlichen Kontrast zu den älteren Teilen der Kirche. Diese sind mit Blei gedeckt und bestehen im unteren Bereich aus Granitquadern. Sehenswert sind der gotische Flügelaltar, die Renaissancekanzel und der Taufstein, welcher aus dem 12. / 13. Jahrhundert stammt. Zu den Schmuckstücken der Kirche zählt auch die neue Orgel, übrigens die größte Kirchenorgel Nordfrieslands.

Der Denghoog führt seine Besucher in die archäologische Vor- und Frühgeschichte der Insel. Er gehört zu den bedeutendsten nordeuropäischen Gräbern der Jungsteinzeit und war bei seiner Ausgrabung im Jahr 1868 noch vollkommen unberührt. Die Grabkammer ist schätzungsweise 5.200 Jahre alt und kann bequem durch eine Öffnung zwischen zwei Findlingen bestiegen werden. Das Großsteingrab, welches vom Kultur- und Heimatverein „Söl’ring Foriining“ betrieben wird, befindet sich in Wenningstedt. Teile der Ausgrabung können im Sylter Heimatmuseum in Keitum besichtigt werden. Während Heimatmuseum und Altfriesisches Haus ganzjährig geöffnet haben, ist der Denghoog nur von April bis Oktober zugänglich.

Das Seebad List ist die nördlichste Gemeinde Deutschlands. Im Erlebniszentrum befindet sich eine wissenschaftlich komplexe Ausstellung zu den Themen Nordsee, Naturgewalten und Klima. Nichtsdestotrotz ist sie durch das spezielle Kinder- und Jugendprogramm sehr gut für Kinder geeignet. Hier erwartet die Besucher eine Ausstellung zum Anfassen und Mitmachen. So können der Anstieg des Meeresspiegels simuliert oder im Wellenkanal die Auswirkungen unterschiedlicher Windstärken ausprobiert werden. Die spannenden Themenkomplexe sind multimedial und interaktiv ausgerichtet. Des Weiteren erfährt man viel Wissenswertes über Forschungsarbeiten in der Antarktis, über Wanderdünen, wie auch über Wale und fluoreszierende Quallen. Öffnungszeiten sind täglich ab 10 Uhr.

Die nördlichste Landstelle der Gemeinde List ist die Halbinsel „Ellenbogen“. Ihr Kennzeichen ist die idyllische Landschaft, welche ein besonderes Naturschauspiel darstellt.

Markant ragen der rot-weiß gestreifte Leuchtturm „List Ost“ und der Leuchtturm „List West“ in den weiten Himmel. Letzterer gilt als nördlichstes Gebäude Deutschlands. Die beiden Leuchttürme können zwar nicht besichtigt werden, dennoch ist die Wanderung zur Ellenbogenspitze sehr lohnend. Die urtypische Dünen- und Heidelandschaft auf dem Ellenbogen ist einzigartig.

Auf der Südseite ist an einem gekennzeichneten Strandabschnitt das Surfen erlaubt, an der Nordseite hingegen gibt es wegen gefährlicher Strömungen keinen Badebetrieb.

Wer Ausflüge in die Gemeinde List unternimmt, sollte auf keinen Fall die Wanderdünen auslassen. Sie sind die letzten Wanderdünen Deutschlands. Zwar steht das Gelände unter Naturschutz, doch bietet sich der beeindruckendste Blick sowieso erst aus einigen Metern Entfernung. Die größte der Dünen misst 35 Meter und imponiert mit ihrem zwei Kilometer breiten Leehang. Unter der im Tagesverlauf wechselnden Sonneneinstrahlung bietet sie ein faszinierendes Farbspiel.

Ein ideales Ausflugsziel für Familien mit kleineren Kindern ist der Tinnumer Tierpark. Der liebevoll gestaltete Zoo beherbergt über 400 Bewohner, mehrheitlich Vögel und kleinere Tiere. Neben einheimischen Arten können auch Kängurus, Kakadus und Alpakas aus nächster Nähe bestaunt und sogar gefüttert werden. Stars des Tierparks sind die vielen niedlichen Tierkinder und natürlich die Bewohner des Streichelzoos.

Doch der Tierpark bietet noch weitere Höhepunkte, wie einen großen Spielbereich mit Karussell und Hüpfburg. Außerdem befindet sich auf dem parkähnlichen Gelände ein Teich mit Tretbooten. Die Tretboote können jederzeit genutzt werden, da sie im Eintrittspreis bereits enthalten sind. Ein richtiger Hit sind die kleinen Elektroboote für Kinder.

Der gepflegte Tierpark ist 30.000 Quadratmeter groß und eignet sich aufgrund seines schönen Angebotes auch gut für einen Ganztagsausflug. Öffnungszeiten sind von Mai bis Oktober.

Im Aquarium im Sylter Ortsteil Westerland treffen zwei gegensätzliche Welten aufeinander - die Nordsee und die Tropen. In den fantasievoll gestalteten Schaubecken tummeln sich nicht nur Bewohner des Nordatlantiks wie Kraken, Seewölfe und Meeraale, sondern auch exotische Fische. Das Tropische Becken ist Heimat farbenprächtiger Korallen und wird von Anemonenfischen, Rochen und Haien bevölkert. Auch die heimischen Meeresbewohner von Nordsee und Wattenmeer werden vor authentischer Kulisse präsentiert. Höhepunkt sind die beiden je zehn Meter langen Panoramatunnel, die unter dem Nordseeaquarium wie auch dem Tropischen Aquarium entlang führen. Die 25 Becken des Aquariums beherbergen mehr als 150 Fischarten und begeistert nicht nur Kinder, sondern sind auch für Erwachsene ein spannendes Ausflugsziel.

Für eine Ruhepause nach dem Rundgang empfiehlt sich das Bistro „49er Aldente“, welches dem Aquarium angeschlossen ist. Neben einer urigen, maritimen Atmosphäre wartet es vor allem mit speziellen Kindermenüs und einem Abenteuerspielplatz auf.

Ebenfalls in Westerland gelegen ist das Familien- und Freizeitbad Sylter Welle. Auf 4.600 Quadratmetern findet sich eine Vielzahl an Attraktionen. Dazu gehören drei Riesenwasserrutschen, ein Wellenbecken und ein Sportbecken mit Sprungtürmen. Kinder sind von dem Kinderbecken mit Wikingerspielschiff begeistert. Zu dem riesigen Areal gehören auch drei Meerwasserbecken, die mit Nordseewasser gefüllt sind, wobei die Wassertemperatur von 28 °C einen ganzjährigen Badespaß garantiert.

Nicht minder vielfältig ist der große Saunabereich. Neben einem osmanischen Dampfbad und einem Sanarium beinhaltet er eine Blockhaussauna mit einem Sonnendeck. Ein besonders malerischer Blick bietet sich von der Wikingersauna, welche zwischen den Dünen eingebettet ist. Die Saunalandschaft wird von einem Saunagarten und einem Fitnessraum komplettiert.

Die evangelisch-lutherische Kirche Sankt Martin in Morsum ist erstmals im Jahr 1240 in den Urkunden dokumentiert, genau wie die Keitumer Kirche. Jedoch wird vermutet, dass St. Martin bereits Ende des 12. Jahrhunderts erbaut wurde. In der Grundstruktur ähnelt sie Sankt Severin, doch ist sie deutlich kleiner und ohne Turm. Ihr Geläut wird noch per Hand betrieben. Es hängt im Glockenstapel, der sich etwas abseits der Kirche befindet. Als Baumaterialien wurde die für die nordfriesischen Inselkirchen typische Kombination aus Granitquadern, Tuff und Backstein gewählt. Der Taufstein aus dem 13. Jahrhundert wie auch das Weihwasserbecken, welches man vor über tausend Jahren aus Granit schlug, gehören zu den ältesten Stücken der Kirche.

Das Dorf Morsum wird zu beiden Seiten vom Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer flankiert. Östlich des Ortes befindet sich das geologisch interessante Morsumer Kliff, welches seit 1923 unter Naturschutz steht. Es ist nicht nur einer der höchsten Punkte der Insel, sondern zugleich ein kleines Naturwunder. Die Einzigartigkeit des Kliffs besteht darin, dass hier durch Gletschereinwirkung verschiedene, bis zu 10 Millionen Jahre alte Erdschichten aufgestaucht wurden. Sie liegen also nicht übereinander, sondern sind nebeneinander zu sehen. Außerdem findet sich hier das größte zusammenhängende Hünengrabgelände Deutschlands. Darüber hinaus beherbergt das sensible Geotop zahllose Insekten, Vogelarten und botanische Raritäten wie den Lungenenzian oder das Gefleckte Knabenkraut. Empfehlenswert sind die naturkundlich-geologischen Führungen der Naturschutzgemeinschaft Sylt e. V. Sie finden wochentags von Anfang April bis Ende Oktober statt.

Die Gemeinde Kampen liegt nördlich von Westerland und gilt als exklusiver Urlaubsort der Schönen und Reichen. Doch ein Besuch lohnt sich vor allem wegen der zahlreichen Sehenswürdigkeiten. So befindet sich westlich des Ortes die beeindruckendste und auffälligste Steilküste der Nordsee, das Rote Kliff. Die 30 Meter hohe Abbruchkante wird vom Sonnenuntergang in ein leuchtendes Rot getaucht und bietet ein herrliches Fotomotiv.

Ein anderes lohnenswertes Ziel bei Kampen ist die Uwe Düne, welche nach dem Nationalhelden Uwe Jens Lornsen benannt wurde. Auf dem Gipfel der mit 52,5 Metern höchsten Erhebung Sylts befindet sich eine Aussichtsplattform. Von hier aus bietet sich ein grandioser Rundumblick. Bei klarer Sicht reicht dieser bis zur Insel Rømø wie auch zur deutsch-dänischen Küste.

Die Nordseeinsel hat ein maritimes Klima mit warmen Sommern und milden Wintern. Vorherrschend ist der Wind, meist aus westlicher Richtung.

Er prägt die Witterung der Insel in großem Maße und weitet sich im Frühling und Herbst häufig zu einem Sturm aus.

Die Hauptreisezeit im Juli und August ist von mittleren Lufttemperaturen um die 18 °C und Wassertemperaturen von 17 °C gekennzeichnet. Die Sonne scheint bis zu 8 Stunden pro Tag und es können im Schnitt zehn Regentage erwartet werden. Den absoluten Temperaturrekord hält die Gemeinde List. Dort zeigte das Thermometer im Jahr 1975 einen Wert von 32,6 °C.

Zwischen September und Dezember fallen die meisten Niederschläge. Es sind 13 bis 16 Regentage pro Monat zu erwarten. Die kräftigsten Güsse gibt es hierbei im Oktober und November. Die Lufttemperatur sinkt von durchschnittlich 16,5 °C im September auf 12,5 °C im Oktober. Mit 8 bis 9 Regentagen pro Monat und halb so großen Niederschlagsmengen ist die Zeit von Februar bis Juni deutlich trockener.

Januar und Februar sind mit Höchsttemperaturen von durchschnittlich 2 - 3 °C und Tiefsttemperaturen von - 1 °C die beiden kältesten Monate. Die Wassertemperatur sinkt auf 3 °C. Ab Mai wird es mit 14 °C von den Lufttemperaturen wieder angenehm.

Von Juni und Oktober kann man mit Wassertemperaturen über 13 °C rechnen. Dabei werden im August Spitzenwerte von 17 °C erzielt.

Die eigenständige Geschichte beginnt um 8000 v. Chr., als Sylt vom Festland abgetrennt wird. Von der Urbevölkerung der Jäger und Sammler gibt es keine Spuren mehr, jedoch sind steinzeitliche Megalithanlagen nachgewiesen. Auch mehrere aus großen Steinblöcken errichtete Grabstätten (Dolmen) sind noch erhalten. In der Bronze- und Eisenzeit ist die Insel durchgehend bewohnt. Nördlich von Kampen befindet sich noch einer der frühgeschichtlichen Grabhügel. Mit ihrer prächtigen Ausstattung zeugen die Gräber vom damaligen Reichtum. Die noch am besten erhaltene Ringwallanlage der Eisenzeit ist die „Tinnumburg“, eine germanische Kultstätte.

Nach der Zeitenwende führen jedoch Landabbrüche zu einem deutlichen Rückgang der Besiedlung. Im 5. Jahrhundert n. Chr. sollen die Angeln und die Sachsen das Gebiet vor dem heutigen Wenningstedt als Hafen genutzt und von dort aus England erobert haben. Die Insel bleibt aber noch bis ins Mittelalter hinein kaum besiedelt. So finden die vor den Merowingern zurückweichenden Friesen hier eine neue Heimat. Sylt wird erstmals im Jahr 1141 urkundlich erwähnt.

Über die Marschflächen besteht noch bis 1362 eine Verbindung zum Festland. Doch diese reißt im 14. Jahrhundert aufgrund verheerender Sturmfluten endgültig ab. In der Folgezeit verursachen selbst kleinere Fluten schwere Schäden, da die Bevölkerung durch die mittelalterliche Pestepidemie geschwächt ist und die Deiche nicht mehr unterhalten kann.

Traditionell lebt die Bevölkerung überwiegend vom Fischfang. Im 15. und 16. Jahrhundert hat vor allem der Hering große Bedeutung, bevor im 17. Jahrhundert die Epoche des Walfangs beginnt. Der Hering wird im Jahr 1668 zum Wappentier der Insel. Weitere Einnahmequellen neben der Seefahrt sind die Austernzucht und die Jagd auf Enten in Vogelkojen.

Im Jahr 1855 wird das Seebad Westerland gegründet. Nach dem deutsch-dänischen Krieg fällt Sylt im Jahr 1866 an Preußen. Der wirtschaftliche Aufschwung als Urlaubsregion beginnt und führt nach der Einweihung des Hindenburgdamms im Jahr 1927 zu einem touristischen Boom, der bis heute anhält.

Sylt trumpft nicht nur mit landschaftlicher Schönheit, sondern auch mit kulinarischer Vielfalt auf. Hier findet sich die ganze Spannbreite von legeren Bistros, gemütlichen Friesenstuben bis hin zur Gourmetküche.

Restaurants

List wartet mit einer hervorragenden „Austernstube“ auf. Außerdem kann in dem Ortsteil auch „gegoscht“ werden. In der Alten Dorfstraße 5 befindet sich der über 200 Jahre „Alte Gasthof“. Er ist eines der ältesten Häuser von List und bietet in seinen Friesenstuben traditionelle Meeresgerichte. Hausspezialität ist der Hummer.

Attraktion der reetgedeckten „Sturmhaube“ ist ihre Alleinlage am Kampener „Roten Kliff“. Sie beeindruckt gleichermaßen mit einem erstklassigen Meerblick und einem umfangreichen gastronomischen Angebot. Mit einem einzigartigen Blick wartet auch das „Tappe’s“ auf. Das elegante Restaurant der gehobenen Preisklasse befindet sich im luxuriösen Kampener Hotel „Walter’s Hof“.

Wer Abwechslung von den traditionellen Keitumer Friesenrestaurants sucht, findet diese im „Brot & Bier“. Hier kreiert ein Sternekoch außergewöhnliche Stullen. Dazu gibt es selbst gebrautes Bier.

Das „Kai 3“ im 5-Sterne-Hotel Budersand in Hörnum bietet große Erlebnisküche. Für sein Fine Dining wurde ihm ein Michelin-Stern verliehen.

Ein Besuch in der legendären „Sansibar“ ist ein Muss. Das meistbesuchte Restaurant Deutschlands befindet sich zwischen Rantum und Hörnum.

In Rantum ragt vor allem der „Dorint Söl’ring Hof“ heraus. Hier erkochte sich Küchenchef Johannes King zwei Michelin-Sterne. Dazu verzaubert die herrliche Lage in den Rantumer Dünen, natürlich mit Meerblick.

Bars

Die meisten Bars sind in Westerland beheimatet. Bei Einheimischen ist der urige „Bierbrunnen Wilhelmine“ beliebt. Leckere Cocktails genießt man im „Café Extrablatt“. Weinliebhaber sollten die Hörnumer „Vinothek im Budersand“ oder die „Fränkische Weinstube“ in Morsum besuchen. Die angesagtesten Strandbars finden sich in Wenningstedt und in Hörnum - “Wonnemeyer“ und „Meermann“. Und natürlich darf ein Besuch in der berühmten „Sansibar“ bei Rantum nicht fehlen.

Nachtleben

Westerland und Kampen bieten die größte Auswahl für Partygänger. Die „Wunderbar“ in Westerland ist die führende Adresse für Schlager à la Roland Kaiser und Marianne Rosenberg. Im „Club Classic“ gibt es Oldies aus den Siebzigern und Achtzigern, während es im „Thommys Musikcafe“ rockiger zugeht.

Im schicken Kampen befinden sich zwei der edelsten Klubs der Insel. Der exklusive „Pony Club“ und der „Club Rotes Kliff“. Letzterer ist vor allem bei der jüngeren Generation sehr angesagt.